Sintra

 
  • Sintra GLS

  • Seitliche Schiebetüröffnung

  • Sintra CD

  • Innenausstattung

Kennzahlen

Inhalt Daten
Bauzeit Mrz 1997 - Mai 1999
Aufbauten Großraum Limousine / Van 4-türig
Plattform GMT200 (GM)
Stückzahl 53.751
Bestellstart August 1996
Produktionsstart unbekannt (wahrscheinlich Nov 1996)
Verkaufsstart 14. März 1997
Facelift -
Bestellschluß Mai 1999
Produktionseinstellung unbekannt (wahrscheinlich Sommer 1999)
Produktionsort Doraville/Georgia (USA)
Luton (England) ab 1998 reiner Zusammenbau

History

November 1995: Am 16. November kündigt Opel das Modell für die Einführung zum Jahresende 1996 an. Ein 20köpfiges Team des Technischen Entwicklungszentrum (TEZ) in Rüsselsheim konzipieren gemeinsam mit dem GM North American Operations Technikzentrum (GM NAO) in Warren/Michigan (USA) die Großraumlimousine. So ist sichergestellt, das die euroüischen Anforderungen nach einem limousinenartigen Handling bei kompakten Außenmaßen und gleichzeitig großem Innenraum berücksichtigt wird. Das Konzept wird gleichzeitig als Nachfolger zum Pontiac Trans Sport und baugleich zum Chevrolet (Venture und Montana), Oldsmobile (Silhouette) und Buick (GL8) entwickelt. Während der Pontiac einen langen Radstand erhält, entscheidet sich Opel aufgrund des europäischen Marktes für die kurze Variante. Es ist der erste Opel-Van im Modellprogramm.

Februar 1996: In der Presseinformation vom 21. Februar stellt Opel neben den neuen Features der Fahrzeugart eine umfangreiche Sicherheitssystem deutlich heraus. Um in dem Marktsegment der Großraumlimousinen punkten zu können, benötigt man ein innovatives Modell.  

März 1996: Vorstellung auf dem Genfer Automobilsalon.

April 1996: Mit ersten Prospektflyern bewirbt Opel das Autofahren in einer neuen Dimension. Die Vordersitze lassen sich um 180 Grad drehen. Die erste Fondreihe ist mit 3 Einzelsitzen versehen, die hintere Fondreihe mit zwei Einzelsitzen oder eine Sitzbank lieferbar. Mit Platz für 8 Personen, breiten Schiebetüren auf beiden Seiten und großzügiger Ausstattung wird ein Optimum an Flexibilität und Komfort beworben. Zu Beginn sollen zwei Benzinmotoren und zwei Ausstattungen angeboten werden.

Um das Fahrzeuggewicht zu senken, wurde diverse Gewichtseinsparungen von insgesamt 54 kg umgesetzt. So ist die Motorhaube komplett aus Aluminium (Einsparung 6,2 kg ggü. einer Stahlblech Haube), serienmäßige Aluräder (9 kg), Vorderachsschenkel aus Alu (4 kg), Schraufedern aus leichterem Stahl (2,4 kg). Dazu sind die Rahmen der Einzelsitzlehnen, der Pedalträger und die Lenkradnabe aus Magnesiumlegierungen gefertigt. Durch eine aus hochfestem Stahl hohlgebohrte Zahnstange der Lenkung, eingestanzte Löcher in die Längsträger sowie in die Torsionskurbel der Hinterachse konnte ebenfalls Gewicht eingespart werden. Die Reifen sind eine Sonderentwicklung von Firestone, welche den Rollwiderstand senkt.

Um das Abgasverhalten zu reduzieren wurde erstmals eine Sekundärlufteinblasung zwischen Motor und Katalysator eingeführt, welche nach dem Kaltstart mit einem elektrischen Gebläse für einige Sekunden Frischluft in das Abgassystem bläst. Durch diese Nachoxidation kommt es zu einer schnelleren Erwärmung des Katalysators.

August 1996: Bestellungen sind bei ausgewählten Opel Händlern möglich, die eine Berechtigung zum Verkauf erhalten.

September 1996: Am 9. September können Journalisten den Sintra Probefahren. Erste Fachzeitschriften berichten über eine umfangreich ausgestattetes Serienfahrzeug mit einem Grundpreis von nur 46.000 DM bzw. 59.500 DM für den größeren Motor, bei dem die Serienausstattung nochmals höher ist.

Oktober 1996: Offizielle Bekanntgabe der Entscheidung, das Modell über alle Opel Händler anzubieten. Dadurch verschiebt sich die Einführung auf März 1997. Inoffiziell sind bereits erste Qualitätsmängel im US-Werk Doraville/Georgia bekannt. Dazu werden die ersten Fertigungskapazitäten für Modell zur Belieferung des US-Marktes verwendet.

Februar 1997: Erste Modelle treffen in Europa ein.

März 1997: Am 14. März startet die offizielle Einführung im Rahmen der Frühjahresaktion "Räume werden wahr". Zeitgleich werden Astra, Omega und Vectra Caravan mit präsentiert.

Juli 1997: Die Auto-Motor-Sport berichtet in Ihrem Heft 15 von einem Crashtest des Sintra. Dieser schneidet im Vergleich zu Mitbewerbermodellen mit katastrophalen Ergebnis im Offset-Crash-Test ab und schockiert potentielle Kunden. Dazu wird die Kostenstruktur bei der Entwicklung neuer Opel Modelle infrage gestellt. Opel antwortet darauf, das die Mindesteinhaltung der Crash-Normen in den USA und Deutschland eingehalten werden - unverständlich.
Um dem schlechten Image gegenzusteuern, wird eine neue Auflage an Preislisten mit unverändertem Ausgabestand vom 25. Juli 1997, auf deren Titelseite "Seitenairbags serienmäßig" aufgedruckt wird. Für das Modelljahr 1998 werden nun neben den Full Size- auch Seitenairbags für Fahrer und Beifahrerseitig serienmäßig verbaut. Darüber hinaus werden verbesserte Sitze für die hinteren Fondreihen verbaut.
Das Problem der Crashtests zeigt aber eine labile Karosseriestruktur mit katastrophalen Verletzungen im Fußraum beim Frontcrash. Airbags lösen dieses Problem nicht.

März 1998: Auf dem Genfer Automobilsalon wird der Opel Sintra Fuel Cell, eine Studie eines Brennstoffzellenfahrzeugs, vorgestellt. Das Modell hat eine Polymerelektrolytbrennstoffzelle und einen Methanol-Reformer. Die Systemleistung beträgt 50 kW (68 PS).

April 1998: In Zusammenarbeit mit Irmscher wird eine Design Ausstattung angeboten. Kühlergrill in Wabengitter, 16 Zoll Twinspoke Alufelgen mit Reifen 225/55R16 und Kotflügelverbreiterungen unterstreichen die dynamische Optik. Wurzelholzapplikationen auf Schaltknauf, Mittelkonsole, Türgriffschalen und an den Blenden der elektrischen Fensterheber lassen eine Extravaganz erscheinen.

Mai 1998: Neue Sonderausstattung mit elektrischer Schiebtür für die Beifahrerseite.

Juli 1998: Der 2,2 Liter Diesel Motor ergänzt das Angebot. Elektrische Schiebetüren in der CD Ausstattungsvariante jetzt serienmäßig. Dazu hat die CD Ausstattungsvariante jetzt serienmäßig in der 2. Sitzreihe "Captain Chairs" (Sitze mit Armlehnen) verbaut.

Dezember 1998: Die Opel Händler ordern keine Lagerfahrzeuge mehr. Es werden nur noch Kundenbestellungen ausgelöst.

Februar 1999: Opel Chef Hendry gib auf der Aussichtsratssitzung vom 09. Februar das Ende des Modelles bekannt. Umgehend wird der Sintra aus den Medienangeboten im Internet entfernt. Verbliebende Lagerfahrzeuge werden mit einem "Vertrauenspaket" und hohen Rabatten schnell abverkauft.  

Mai 1999: Einstellung des Modelles. Nur wenige Tage nach dem Verkaufsstart des Zafira verschwindet der Sintra endgültig aus dem Verkauf in Deutschland. Heftige Kritiken nach diversen schlecht ausgefallenen Crash-Tests, schlechte Bremsen (Fading) und ein hoher Benzindurst (12,5 - 15,6 Liter für die beiden Benzinmotoren) waren einfach keine gute Bedingungen. Über GM-Händler in Europa kann bis Ende 2004 weiterhin das baugleiche Modell Chevrolet Trans Sport erworben werden.

Literatur

Opel Magazin Start Ausgabe 2/1996: Vorstellung des Sintra
Opel Magazin Start Ausgabe 4/1996: Ein Raum wird wahr - Hintergründe der Entwicklung des Sintra
Opel Magazin Start Ausgabe 1/1997: Die Variabilität des Sintra; Pressestimmen zum Sintra

Motorenübersicht - Benzin

Motor Motorcode RPO Abgas kW / PS Antrieb Zeitraum
2,2 16V X22XE LA9 Euro3 104 / 141 Riemen 1997-1999
3,0 V6 X30XE LL6 Euro3 148 / 201 Riemen 1997-1999

Motorenübersicht - Diesel

Motor Motorcode RPO Abgas kW / PS Antrieb Zeitraum
2,2 DTI 16V X22DTH LL9 Euro3 85 / 115 Kette 1998-1999

Abgasnorm: Euro3 = RPO Code NF2

Technische Daten

Inhalt Maße / Daten
Radstand 2845 mm
Spurweite vorn / hinten 1562 / 1608 mm
Länge / Breite / Höhe 4670 / 1830 (2177*) / 1757 mm
Leergewicht 1695 bis 1806 kg
Zul. Gesamtgewicht 2345 bis 2430kg
Tankinhalt 70 Liter
Höchstgeschwindigkeit 175 bis 201 km/h
Grundpreis 1996: 46.000 bis 59.500 €
1997: 46.000 bis 60.715 €
1998: 48.200 bis 64.100 €
1999: 48.450 bis 64.100 €

* mit ausgeklappten Außenspiegeln

Technische Zusatzdaten

Inhalt Maße / Daten
Kupplung Einscheiben-Trockenkupplung
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe (F25) für 2,2 16V Motor
5-Gang-Schaltgetriebe (F35WR) für 2,2 DTI Motor
4-Gang-Automatik (AF30) für 3,0 V6 Motor
Schaltung Mittelschaltung
Radantrieb Frontantrieb
Vorderradbremse Schwimmsattel-Scheibenbremsen (innenbelüftet) xxx mm
Hinterradbremse Scheibenbremsen
Handbremse manuell, Seilzug auf Hinterräder wirkend
Sicherheitsunterstützung ABS
Radaufhängung vorn/hinten Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung
Federung vorn/hinten MacPherson-Federbeinen / Schraubenfedern
Lenkerkonstruktion Zahnstangenlenkung (mit hydraulischer Servountstützung)

Ausstattungsreihen

Ausstattung Modellcode Zeitraum Logo
GLS

A1 -

03/97 - 05/99

ohne

CD

A1- & 45-6

03/97 - 05/99

ohne

Polster

Ausstattung RPO Code
Opel Code
Zeitraum Bild
GLS

14C
XXBJ

03/97 - 05/99


Stoff Circus, Titangrau

CD
GLS optional

14B
XXAZ

03/97 - 05/99


Velours Sunset, Titangrau/
Velours Bali, Titangrau

Farben


Name

RPO Code
WA
Zeitraum Bild
Rubinrot (U)

09U
321D

03/97- 06/98

Polar Weiß (U)

16U
9753

03/97- 05/98

Magnesium Silber (M2)

13U
9021

03/97- 05/98

Dolomit Silber (M2)

17U
331D

07/98 - 05/98

 

Marine Blau(M2)

28U
8743

03/97- 05/98

Lugano Grün (M2)

31U
520F

07/98 - 05/98

Oxford Grün (M2)

35U
132A

03/97- 05/98

Bronze (M2)

47U
208C

03/97- 05/98

Vulkan Rot (M2)

72U
526F

07/98 - 05/98

U = Uni Lack
M2 = Zweischicht Metallic Lack 

Reifen / Felgen

Bezeichnung

Code

Größe

ET

Lochkreis

Bild

Leichtmetallfelge
im 5-Speichen-Design
auf 205/65 R 15

 

PH3

6J x 15

52

5 x 115

Leichtmetallfelge
im 6-Speichen-Design
auf 205/65 R 15

PH6

6J x 15

 52

5 x 115

Irmscher Leichtmetallfelge
im Twinspoke Design
auf 205/55 R 16

(Best.nr: i6110438)

-

 7J x 16  47

5 x 115